Lost am Grimmsteig – wie es wirklich war…

Sie verbreiten sich rasend schnell über die sozialen Netzwerke. Und lesen wir sie nicht alle gerne? Berichte über lustige oder weniger lustige Geschichten, die anderen Geocachern widerfahren sind. Und so ging es mir auch mit einem Bericht in der HNA (Hessisch/Niedersächsische Allgemeine) vom 29.10.2014. Hier wurde über eine Gruppe von Wanderern aus Stuttgart berichtet, die sich am Grimmsteig verlaufen hatten. Beim genaueren Lesen des Artikels fiel mir auf, dass es sich bei dieser Gruppe um Geocacher handelte. Schnell hatte ich ein Szenario im Kopf. Klar, die wollten noch „Beifang“ machen und sind quer durch den Wald getobt. Dann waren sie zu dämlich, den Weg wieder zu finden. Vielleicht ein Ausfall des GPS, keine Zusatzakkus und natürlich auch keine Karte dabei bzw. nicht fähig, diese zu lesen.

Am Grimmsteig verlaufen? Eigentlich unmöglich, oder?

Am Grimmsteig verlaufen? Eigentlich unmöglich, oder?

Also  habe ich im Internet ein wenig recherchiert. Im Forum des „Cacheparadies´Nordhessen“ wurde bereits heftig diskutiert und natürlich haben sich die dortigen Geocacher köstlich über die „Dummheit“ dieser „Stuttgarter Großstädter“ amüsiert. Allerdings wurden hier auch Stimmen laut, dass ja keiner so genau weiß, wie es eigentlich abgelaufen ist. Also warum nicht mal die „Betroffenen“ fragen? Einen der „Wanderer“ habe ich dann über geocaching.com kontaktiert und seine Antwort, die ich dankenswerter Weise hier veröffentlichen darf, hat mich doch sehr überrascht:

Wir sind eine Gruppe von 4 Personen gewesen und von Nieste aus gestartet. Da es organisatorisch nicht eher möglich war, gab es in unserer Ferienpension erst 8.15 Frühstück. Danach sind wir gestartet.

 

Natürlich kamen wir zeitlich in die Dunkelheit. Da wir ein Kind von 12 Jahren dabei hatten, entschieden wir uns den Grimmsteig zu verlassen und steuerten eine Bushaltestelle an der Hauptstraße an (Haltestelle am Steinbruch). Dort warteten wir auf den Bus um nicht in der Dunkelheit weiterzulaufen. Zu unserem Bedauern kam der Bus aber nicht (Beschwerde bei Busunternehmen liegt vor).

 

Also riefen wir ein Taxi, welches innerhalb von 20 min kommen wollte. Als dieses nicht kam und in der Taxizentrale niemand mehr abnahm, riefen wir Herrn Lippert (Anmerkung: Chef der Grimmsteig Touristik) an, der uns in unsere Unterkunft brachte, wo wir erfuhren, dass wohl die Busse öfters nicht fahren.

 

Verirrt hatten wir uns zu keiner Zeit, da wir sowohl GPS dabei hatten, als auch die Wanderkarte. Des weiteren ist der Grimmsteig idiotensicher ausgeschildert. Wir haben den Weg bewusst verlassen um nicht mit dem Kind weiter in der Dunkelheit durch den Wald zu laufen.

 

Hättet Ihr das gedacht? Ich auch nicht… Wer hier die Tatsachen verdreht  hat und wie es zu der verfälschten Darstellung in der HNA kam, kann ich leider nicht beurteilen. Es zeigt mir aber, dass man zunächst alle Seiten hören sollte, bevor man sich ein Urteil bildet. Und manchmal ist es dann halt ganz anders, als man denkt! Der Stuttgarter Geocacher nimmt es übrigens mit Humor. Er hatte von dem Zeitungsartikel noch nichts mitbekommen:

 

Der Abend an sich war schon lustig genug, da wir echt am hessischen Verkehrswesen zweifelten, aber der Zeitungsartikel toppt alles!

 

3 thoughts on “Lost am Grimmsteig – wie es wirklich war…

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