Beim Geocachen verlaufen? Ich doch nicht…

Von Zeit zu Zeit erscheint unser Hobby groß in den Medien weil sich Geocacher irgendwo verlaufen haben. Jüngstes Beispiel ist eine Geoacherin, die sich im Wald bei Tawern verlaufen und damit einen Großeinsatz ausgelöst hatte. Solche oder ähnliche Zeitungsmeldungen kreisen dann sofort durch die Blogs und die  sozialen Netzwerke. Gerade auf Facebook wird dann oft mit Unverständnis oder gar Schadenfreude reagiert. Ein Geocacher der sich verläuft? So etwas darf es doch nicht geben.

Am Grimmsteig verlaufen? Eigentlich unmöglich, oder?

Beim Geocachen verlaufen? Eigentlich unmöglich, oder?

Dabei sollte man aber immer daran denken, dass man die genauen Umstände nicht  kennt. Vor ziemlich genau einem Jahr hatten sich Geocacher angeblich am Grimmsteig verlaufen. Im Artikel „Lost am Grimmsteig“ hatte ich damals eine Gegendarstellung mit Stimmen der betroffenen Geocacher veröffentlicht. Man sollte sich also nicht ausschließlich auf die Berichterstattung in der Presse verlassen um sich ein Urteil zu bilden.

(Tawern) Allein an einem unbekannten Ort im dunklen Wald in völliger Orientierungslosigkeit und mit leerem Handy-Akku: Was klingt wie die erste Szene eines Horrorfilms, ist in Tawern wirklich passiert. Anlass war eine Schnitzeljagd (Zitat volksfreund.de)

So beginnt der Volksfreund seinen Beitrag über den oben erwähnten jüngsten Vorfall. Im gleichen Artikel erfährt man auch, wie der Geocache heißt. Es handelt sich um den Multi „Tante Woraroda – Torkelnd im Wald“. Oh je, auch das noch. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man jetzt etliche Wortspiele daraus kreieren. Inzwischen hat die Geocacherin ihren Fund auch geloggt und dabei eine kurze Schilderung der Ereignisse aus ihrer Sicht gegeben. Sie war also gegen 18:00 Uhr am Final und der geplante Rückweg war so matschig, dass sie ihn mit ihrem Hund nicht gehen wollte oder konnte. Nach dem Notruf hatte sich ihr Handy-Akku verabschiedet. Und dann wurde es dunkel und kalt. Ob sie denn zusätzlich noch ein GPS-Gerät mit hatte oder sich ausschließlich auf ihr Smartphone verlassen hat, bleibt also immer noch eine offene Frage. Tut aber auch nichts zur Sache. Hauptsache aus meiner Sicht: die Geocacherin wurde gefunden und es geht ihr gut.

Wie kann man sich beim Geocachen verlaufen? Gerade Geocacher sollten mit dem GPS navigieren können, sonst hat man wohl das falsche Hobby gewählt (Zitat  aus einer Facebook-Gruppe)

Gerade der Oktober ist der Monat, in dem man schnell von der früher einsetzenden Dunkelheit überrascht werden kann. Und bei Multis kann man oft nicht genau planen, wie viel Zeit man dafür benötigt. Das ist auch mir schon passiert! Plötzlich war es dunkel. Den Weg durch den Wald zurück zum Auto haben wir dann dank kleiner Taschenlampenfunzeln noch gefunden und es war auch nicht direkt dramatisch. Aber ohne funktionierendes GPS hätten wir vielleicht auch Probleme bekommen.

Ich kann also gut  nachvollziehen wie es zu einem „Verlaufen“ kommen kann. Geocaching ist nun mal ein Outdoor-Hobby und hat hauptsächlich mit Orientierung zu tun. Und  man verlässt sich viel zu oft auf die Technik die aber auch ihre Macken haben kann. Schadenfreude ist da meiner Meinung nach vollkommen Fehl am Platze. Niemand ist unfehlbar.

Im Artikel „Nightshift – Geocaching im Dunkeln“ findet Ihr Tipps zur Ausrüstung und zur Verhaltensweise bei Nachtcaches. Diese lassen sich dann auch auf „normale“ Geocaches übertragen bei denen man aus irgendwelchen Gründen in die Dunkelheit geraten ist. Überprüft Eure Ausrüstung bevor ihr auf Schatzsuche geht! Das kann man gar nicht oft genug sagen. Und selbst bei noch so sorgfältiger Vorbereitung kann es manchmal anders kommen als geplant.


Andere Blogs zum Thema:

Beim Geocaching im Wald verirrt (geocachingbw.de)

Geocacherin verläuft sich im Wald (Kocherreiter auf Tour)

Orientierungslos Geocachen (JR849)

Ich freue mich, dass andere Blogs es ähnlich sehen wie ich und sich nicht von Häme und Spott in den sozialen Netzwerken anstecken lassen!

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